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So dokumentierte der damalige Jugendfahrer Günter Grau in seinem persönlichen Radsportalbum die Ereignisse auf dem Sachsenring. Heute ist Günter Grau der Präsident des Radsport-Landesverbandes von Sachsen-Anhalt.
Nicht ein 3. Weltmeistertitel, sondern der Verzicht zugunsten seines Freundes Bernhard Eckstein, waren der Grundstein für Täves große Popularität. 1964 fuhr er mit der Harzrundfahrt sein letztes Rennen. 53 Jahre danach ist er insbesondere im Fernsehen ein gern gesehener Gast. So zeigte zum Beispiel in der letzten Woche der "mdr" eine unterhaltsame Sendung über Täves Wanderung hoch zum Brocken am Tag der Deutschen Einheit.
Von Bernhard Eckstein bekam die spätere Radweltmeisterin Elisabeth Eichholz (1965) und WM-Dritte auf dem Sachsenring (1960) diese Autogrammkarte. Im Januar 1960 waren sie zusammen in einem Trainingslager zur Vorbereitung auf die kommende Radsaison.

Er verstarb im Alter von 82 Jahren im Kreise seiner Familie in der vergangenen Woche nach schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Leipzig.

Geboren am 21. August 1935 in Zwochau gehörte der gelernte Dreher in den 50er und 60er Jahren zu den bekanntesten Amateur-Rennfahrern der ehemaligen DDR.
Im Jahre 1958 wurde er mit dem SC DHfK Leipzig DDR-Meister im 100-km-Mannschaftszeitfahren und Zweiter bei der Einzelmeisterschaft.
In den Jahren 1959, 1960, 1961 und 1963 wurde er stets Zweiter der DDR-Straßenmeisterschaft hinter Täve Schur. 1961 war er Gesamtdritter und Mannschaftssieger der Friedensfahrt.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Eckstein 1960 auf dem legendären Sachsenring. Bei den Straßen-Weltmeisterschaften der Amateure rechneten viele mit einem dritten Sieg von Doppelweltmeister Täve Schur. Er machte mit einem in die Lehrbücher des Radsports eingegangenen taktischen Schachzug den Weg frei für seinen Teamkollegen Bernhard Eckstein und sicherte zugleich einen Doppelerfolg für den deutschen Radsport.

Wir trauern um Ex-Weltmeister
Bernhard Eckstein
Der größte Erfolg von Bernhard Eckstein - Radweltmeister 1960 auf dem legendären Sachsenring.
Der zweifache Radweltmeister Täve Schur war überglücklich über den Doppelsieg für die DDR-Mannschaft. Das kameradschaftliche Verhalten von Täve machte ihn zum Helden des Radsports in der ehemaligen DDR.

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