Täve Schur begeisterte mit DDR-Radsportgeschichten in Schönfeld
Mit stehenden Ovationen und lauten „Täve, Täve“-Rufen wurde Radsport-Legende Gustav-Adolf Schur in Schönfeld empfangen. Der 95-Jährige war aus seiner Heimat Heyrothsberge bei Magdeburg zum Olympia-Talk gekommen und begrüßte viele der rund 150 Zuhörer persönlich.
Schur berichtete aus seiner Jugend und seiner aktiven Zeit als Radrennfahrer. Mit 14 Jahren begann er ernsthaft mit dem Radsport, zunächst auf selbst zusammengebauten Rädern. Seinen ersten Rennlenker kaufte er in Westberlin, wofür er rund 150 Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegte.
Auch die politischen Rahmenbedingungen seiner Karriere sprach er an. Bei Olympia startete er in einer gesamtdeutschen Mannschaft. 1956 verlor er in Melbourne eine sicher geglaubte Goldmedaille. Später wurde er zweimal Weltmeister und gewann zweimal die Friedensfahrt. Bei Olympischen Spielen errang er zudem Silber und Bronze im Mannschaftsfahren und wurde neunmal zum Sportler des Jahres gewählt.
Bis heute hält sich Schur mit täglicher Bewegung fit. Sein Credo lautet: „Man wird alt, wenn man sich weniger bewegt, nicht umgekehrt.“
Dem Radsport ist er weiterhin eng verbunden und unterstützt unter anderem die „Tour der Hoffnung“ zugunsten krebskranker Kinder. Auch in Schönfeld wurden Spenden gesammelt sowie Unterschriften für eine Petition zu seiner Aufnahme in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports.