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30. Kleine Friedensfahrt und Supercup ERZTALER
Grenzenlose Fahr-Freude am 06.06.2026 in Kurort Hartha
Start der Kleinen Friedensfahrt in Kurort Hartha
Alle Fotos: Thomas Adam  |  Bericht: Thomas Adam, 10.06.2026

RTF „Erztaler“ und Kleine Friedensfahrt mit toller Stimmung

Gewitterartige Regenschauer, dunkle Wolken, kalter Wind und zeitweise überflutete Straßen begleiteten am Freitag, dem 05.06.2026, die umfangreichen Vorbereitungen für den großen Radsporttag des Radteams Tharandter Wald (RTTW). Trotz der widrigen Bedingungen lief der Aufbau der Start- und Zielarena dank der bewährten Organisation reibungslos ab. Jeder Helfer wusste anhand der detaillierten RTTW-Checkliste genau, was zu tun war.

Ab 16 Uhr trafen die rund 80 Wohnmobile aus allen Teilen Deutschlands ein. Die etwa 100 angereisten Marathonis holten sich am Abend ihre Startunterlagen im Organisationsbüro in der Grundschule „Bernhard Hantzsch“ in Kurort Hartha ab. Dabei wanderten die Blicke immer wieder auf Wetter-App und Regenradar, denn viele Teilnehmer rechneten für den Folgetag mit einer echten Regenschlacht. Schließlich hatte es bei RTTW-Veranstaltungen in den Höhenlagen des Erzgebirgskamms in der Vergangenheit sogar schon Schneefall gegeben.

Die Geschichte dieser traditionsreichen Veranstaltung reicht bis zum 25. Mai 2002 zurück. Damals wurde erstmals die RTF „Zur Augustusburg und zurück“ ausgetragen. Initiator war der Gründer und damalige RTTW-Vorsitzende Th. Adam. Die Idee entstand aus den Erfahrungen des Autors als Mitorganisator der internationalen Elite-Etappenfahrt „Sachsentour International“ in den Jahren 1987 bis 1992. Aus der ursprünglichen Augustusburg-RTF entwickelte sich rund zehn Jahre später der „Erztaler“ – eine anspruchsvolle Querung des Osterzgebirges über 230 Kilometer und rund 3.300 Höhenmeter, die teilweise bis ins Böhmische Becken nach Tschechien führt.

Am Samstag, dem 06.06.2026, zeigte sich das Wetter jedoch von seiner freundlichen Seite. Bereits um 04:54 Uhr lockten erste Sonnenstrahlen die Marathonis zum vom RTTW vorbereiteten Frühstücksbuffet. Für nahezu symbolische fünf Euro konnten sich die Teilnehmer für den langen Tag stärken. Dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren beträgt die Startgebühr für den 230-Kilometer-Marathon lediglich 35 Euro.

Insgesamt standen zwölf Strecken zur Auswahl. Neben den klassischen Rennradtouren konnten die Teilnehmer auch aus fünf Offroad-Strecken für Mountainbike-, Gravel- oder E-Bike-Fahrer wählen.

Der Tharandter Wald, vielfach als „Schönster Wald Sachsens“ bezeichnet, bot dafür die passende Kulisse. Er beherbergt den geografischen Mittelpunkt Sachsens und verfügt über rund 220 Kilometer markierte Wanderwege sowie etwa 20 thematische Lehrpfade. Kurort Hartha gehört zu den sieben Ortsteilen der Forststadt Tharandt, in der sich auch der älteste forstbotanische Garten Europas befindet. Bereits Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller waren hier zu Gast. Die Region liegt verkehrsgünstig zwischen Dresden, Freiberg, Meißen und Pirna.

Pünktlich um 07:00 Uhr wurden bei strahlendem Sonnenschein die ersten Teilnehmer auf die Strecke geschickt. Mit „Klärchens Segen“ starteten die Fahrer der 230- und 200-Kilometer-RTF sowie die Offroad-Sportler auf den 120- und 90-Kilometer-Strecken. Insgesamt gingen 364 „Ritter der Landstraße“ auf die Reise durch das Osterzgebirge. Begleitet wurden sie traditionell von der Erzgebirgsfanfare und dem Steigerlied.

Eine Stunde später schickte Organisationschef und RTTW-Vorsitzender Bernd Militzer das nächste große Fahrerfeld auf die Strecke. Der erfahrene Rennradfahrer, der unter anderem bereits sechsmal die legendäre „Fichkona“ absolviert hat, begrüßte bei bestem Sommerwetter rund 381 Hobby-Radsportler zum Start ihrer Touren.

Was am Vorabend noch nach Regen, Wind und schwierigen Bedingungen aussah, entwickelte sich damit zu einem gelungenen Radsportfest für Hunderte Teilnehmer und zahlreiche Helfer. Einmal mehr bewies das Radteam Tharandter Wald seine organisatorische Stärke und seine Leidenschaft für den Breitensport.

 

Zahlen des Tages: 808 Radsportler insgesamt, 63 Kinder bei der 30. Kleinen Friedensfahrt, 12 Strecken zur Auswahl, Marathonstrecke über 230 km mit rund 3.300 Höhenmetern.

 

Start in Kurort Hartha

Start in Kurort Hartha
Start in Kurort Hartha

Bernd Militzer gibt mit der Erzgebirgs-Fanfare, dem Steiger-Lied, und einem zünftigen „Glück auf“ den Startschuss für das RTF-Peloton

Jetzt galt es: Auf in die Berge – fertig, los!

Auf ging es nach Frauenstein, weiter Richtung tschechische Grenze über Böhmisch Zinnwald, Oberbärenburg, Glashütte, Altenberg, Schmiedeberg und viele weitere Orte des Osterzgebirges. Zunächst rollten alle Fahrer noch entspannt durch den Ort und passierten die kleine Baustelle in Kurort Hartha diszipliniert und rücksichtsvoll. Doch spätestens am Ortsausgang, als die Strecke in den Tharandter Wald hinein anstieg, schien das inoffizielle Kommando zu gelten: „Kette rechts!“

Auch der Autor reihte sich in den beeindruckenden Tross ein. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er ursprünglich nur die 60-Kilometer-Strecke geplant, kämpfte sich am Ende jedoch über die 100-Kilometer-Marke hinaus.

Sämtliche Strecken – sowohl auf der Straße als auch auf Waldwegen – waren vom RTTW mustergültig ausgeschildert. Gefahrenstellen oder mögliche Streckenschäden wurden zusätzlich deutlich markiert. Höchstes Lob erhielten die Verpflegungspunkte, beispielsweise in Frauenstein, Schmiedeberg und an weiteren Standorten. Die Teilnehmer schätzten insbesondere die gesunde Auswahl und Vielfalt des Angebots sowie die schnelle und engagierte Versorgung durch die Helfer. Frisch geschmierte Bemmen (sächsisch für belegte Brote), Kuchen, Gurken, Riegel und weitere Leckereien standen reichlich zur Verfügung.

Die Staff-Crews des RTTW an den Verpflegungsständen kennen die Anforderungen der Strecken aus eigener Erfahrung. Viele von ihnen hatten die jeweiligen Touren bereits im Vorfeld während des Trainings selbst abgefahren.

Das Radteam Tharandter Wald (RTTW) besteht seit mittlerweile 27 Jahren. Gegründet wurde es vom Autor Thomas Adam, seit rund 22 Jahren wird der Verein von Bernd Militzer mit großem Engagement geführt. Der sympathische und selbstlose Vereinsvorsitzende hat maßgeblichen Anteil an der kontinuierlichen Entwicklung des RTTW. Seit seiner Gründung zählt der Verein beständig etwa 50 bis 70 Kinder und Jugendliche sowie rund 30 bis 40 Erwachsene.

Knallharter Leistungssport stand dabei von Anfang an nicht im Mittelpunkt. Vielmehr setzt das RTTW auf die Freude am Radfahren, die Nachwuchsarbeit, das Gemeinschaftserlebnis und die Förderung des Breitensports.


30. Kleine Friedensfahrt

Vor 30 Jahren ‚geboren‘, hatte die Kleine Friedensfahrt bereits dank vieler prominente Ehrengäste von sich Reden gemacht. So waren u.a. 2 x Täve Schur, 2 x Andreas Petermann, 3 x Steffen Blochwitz, 3 x Rolf Töpfer, jeweils 1 x Christa Luding Rothenburger, Bernd Drogan, Thomas Barth, Olaf Jentzsch, Jens Fiedler, Hardy Gröger, Thilo Fuhrmann, Martin Götze, Klaus Ampler, Detlef Zabel, Uwe Raab, Mario Kummer, und viele weitere ehemalige ‚Cracks‘ aktiv als Supporter und vor allem Vorbild für die kleinen Friedensfahrer-Kinder in Hartha vor Ort.
30. Kleine Friedensfahrt
30. Kleine Friedensfahrt
30. Kleine Friedensfahrt
30. Kleine Friedensfahrt
Der nächste RTTW-Radsporttag mit 31. Kleine Friedensfahrt und ERZTALER wird im nächsten Jahr 2027 dann wieder traditionell am letzten Mai-Samstag stattfinden.

Damit die Wartezeit nicht zu lang wird, erwartet das Radteam alle MTB-Fans am 27.06.2026 zum Tharandter Wald Cup und zur FUCHSJAGD, die in diesem Jahr erstmals als richtigen Mountainbike-Marathon ausgetragen wird.

⇒ https://www.radteam-tharandterwald.de/das-war-unser-erztaler-2026/


⇒ Thomas Adam und die Bildergalerie vom Rad-Event


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