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Meine Tour de France 2026 – zum 25. Mal mittendrinZum inzwischen 25. Mal führte mich meine Reise zur Tour de France. Und auch nach all diesen Jahren hat dieses einzigartige Ereignis nichts von seiner Faszination verloren. Die Begeisterung der Menschen, die besondere Atmosphäre an den Straßen und natürlich die sportlichen Herausforderungen machen jeden Besuch aufs Neue zu einem Erlebnis.Mein Einstieg in die Tour 2026 erfolgte in den Vogesen, unweit des Ballon d'Alsace, an der Côte du Page. Auf dem Papier „nur" ein Anstieg der zweiten Kategorie – doch mit durchschnittlich 8,1 Prozent Steigung durchaus eine Herausforderung. Schon hier zeigte sich, wie ungebrochen die Begeisterung für die Tour ist. Entlang des gesamten Anstiegs standen Fans aus aller Welt und sorgten für jene Stimmung, die man wohl nur bei der Tour de France erlebt. Der Ballon d'Alsace ist für Radsportfans ein ganz besonderer Ort. Bereits 1905 führte die Tour de France über diesen Pass – es war der erste große Berganstieg in der Geschichte der Tour. Mehr als 120 Jahre später ist die Begeisterung ungebrochen. Wenn man hier selbst mit dem Rennrad unterwegs ist und die vielen Fans am Straßenrand erlebt, spürt man etwas von dieser langen Tour-Geschichte.
Geduld am Streckenrand: Auf dem Weg zur Côte du Page am Ballon d’Alsace warteten die Zuschauer stundenlang auf die Profis.
Geschafft: An der Bergwertung angekommen. Es ist mir und dem folgenden Fahrern die Härte des Anstiegs deutlich anzusehen.
Am nächsten Tag wartete in der Nähe von Chambéry mit dem Col des Prés bereits die nächste Herausforderung. Seine Passhöhe von 1.142 Metern ist durchaus mit dem Brocken vergleichbar. Mit durchschnittlich 6,8 Prozent Steigung ließ sich der Anstieg jedoch gut bewältigen. Oben angekommen, war die Freude entsprechend groß – wieder ein Tour-Berg, den ich mit dem Rennrad bezwungen hatte.
Am Gipfel des Col des Prés (1.142 Meter) angekommen – ein weiterer Tour-Berg ist bezwungen.
Auf dem Weg zum Col des Prés: Bei rund 6,8 Prozent Steigung ließ sich der Anstieg gut bewältigen.
Eine ganz andere Herausforderung stellte die 26 Kilometer lange Zeitfahrstrecke bei Évian-les-Bains dar. Die Anstrengung wurde jedoch reichlich belohnt: Der herrliche Ausblick auf den Genfer See machte viele der mühsamen Kilometer schnell vergessen.
Kurze Verschnaufpause am Genfer See bei Évian-les-Bains – der Ausblick entschädigte für die Anstrengung.
Der dreifache deutsche Zeitfahrmeister Nils Politt (2023, 2024 und 2026) auf der 26 Kilometer langen Zeitfahrstrecke bei Évian-les-Bains.
Gerade an der Zeitfahrstrecke blieb außerdem genügend Gelegenheit, mit Radsportfans aus aller Welt ins Gespräch zu kommen. Dort lernte ich auch meinen neuen Freund François aus Mâcon kennen. Er war bestens auf seinen Tourbesuch vorbereitet, und schnell entwickelte sich ein reger Austausch über den Radsport und unsere gemeinsamen Erlebnisse. Solche Begegnungen mit François und vielen anderen begeisterten Fans gehören für mich zu den schönsten Seiten meiner Tour-de-France-Reisen.
Ins Gespräch gekommen: mit meinem neuen Freund François aus Mâcon und weiteren begeisterten Tour-Anhängern am Streckenrand.
Nach dem Rennen beginnt allerdings jedes Mal ein ganz eigener Wettlauf: Sobald die Straße wieder freigegeben wird, heißt es, möglichst schnell zum oft weit entfernten Ort der nächsten Etappe aufzubrechen. Schließlich möchte man dort wieder einen guten Standplatz ergattern. Alpe d'Huez – ein Höhepunkt jeder TourEin ganz besonderer Höhepunkt wartete schließlich mit Alpe d'Huez. Mehrere Hunderttausend Zuschauer wurden an der Strecke erwartet. Die Zufahrt war deshalb bereits seit sechs Tagen für den Autoverkehr gesperrt. Uns blieb also nur, das Fahrzeug in der Ebene abzustellen und den legendären Berg mit dem Rennrad zu erklimmen. Gemeinsam mit Tausenden anderen Rennradfahrern nahmen wir die 13,8 Kilometer lange Auffahrt nach Alpe d'Huez in Angriff. Kehre für Kehre ging es hinauf, umgeben von Radsportbegeisterten aus aller Welt. Die Anstrengung gehört dabei genauso zum Erlebnis wie die Freude, schließlich oben anzukommen. Und dort wartete eine besondere Überraschung: In Huez trafen wir tatsächlich vier Mitglieder der Querfurter Radsportgruppe. Gemeinsam erwarteten wir das Fahrerfeld und konnten die Aufholjagd von Tadej Pogačar unmittelbar an der Strecke verfolgen. Fernsehen kann vieles zeigen – aber die Geschwindigkeit der Fahrer, die Begeisterung der Zuschauer und die Atmosphäre direkt am Berg lassen sich durch nichts ersetzen.
Stimmung pur am Anstieg nach Alpe d’Huez: Hunderttausende Zuschauer säumen die Strecke und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Links im Bild: Tadej Pogačar im Gelben Trikot.
Ein letztes eindrucksvolles Bild blieb besonders in Erinnerung: Gegen Ende der Etappe kam der zweimalige Ex-Weltmeister Julian Alaphilippe allein den Berg hinauf, unmittelbar vor dem Schlusswagen. Die Fans feierten ihn noch einmal begeistert – und Alaphilippe schien diese Huldigungen sichtlich zu genießen.
Das Fahrerfeld zieht vorbei, begleitet vom Jubel Tausender Radsportfans am Streckenrand.
Nach 25 Besuchen bei der Tour de France könnte man meinen, vieles schon gesehen und erlebt zu haben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Jede Tour schreibt ihre eigenen Geschichten: von anstrengenden Pässen und großartigen Landschaften, von der Spannung des Rennens und vor allem von den Begegnungen mit Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen.
Auch für gute Laune war gesorgt: kostümierte Maskottchen sorgten am Streckenrand für Unterhaltung.
Fans aus aller Welt feiern gemeinsam am Straßenrand – spontane Begegnungen und gemeinsame Begeisterung machen die Tour zu einem besonderen Erlebnis.
Und genau deshalb zieht es mich immer wieder zur Tour de France. |
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