Radsport 20. August 2026 Tour de France

Vingegaard beendet Saison nach Tour-Sturz

Jonas Vingegaard wird nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France in dieser Saison keine Rennen mehr bestreiten. Die Folgen seines Schlüsselbeinbruchs verhindern auch einen Start bei der Straßenrad-WM in Kanada.

Jonas Vingegaard im Gelben Trikot während eines Zeitfahrens bei der Tour de France
Jonas Vingegaard bei der Tour 2023 im Gelben Trikot beim Zeitfahren: Nach seinem schweren Tour-Sturz 2026 richtet der zweimalige Gesamtsieger den Blick nun auf die kommende Saison.

Der zweimalige Tour-Sieger leide weiterhin unter den Folgen seines Schlüsselbeinbruchs, teilte sein Team Visma mit. Damit fällt der 29-jährige Däne auch für die Straßenrad-Weltmeisterschaften vom 20. bis 27. September in Kanada aus.

Vingegaard war auf der 15. Etappe der Tour de France 22 Kilometer vor der Bergankunft gestürzt und musste das Rennen vorzeitig beenden. Wegen der Schwere des Bruchs wurde ihm eine Operation empfohlen. Die anschließende Genesung verzögerte seine Rückkehr ins Training.

„Es ist mir nicht möglich, in der kommenden Zeit wieder mein Spitzenniveau zu erreichen.“
Jonas Vingegaard laut Mitteilung seines Teams

Nach der Tour sei zwar ohnehin eine Erholungsphase vorgesehen gewesen. Durch die Verletzung habe sich der geplante Trainingsaufbau jedoch deutlich verschoben. Sein Fokus liege nun auf der kommenden Saison, deren Ziele er demnächst mit dem Team besprechen wolle.

Nächtliche Dopingkontrolle sorgt für Diskussionen

Für Diskussionen sorgte eine nächtliche Dopingkontrolle vor der Sturzetappe. Vingegaards Dauerrivale Tadej Pogacar kritisierte den Zeitpunkt der Kontrolle scharf. Der Slowene erklärte, der Schlaf der Fahrer sei dadurch erheblich gestört worden, und bezeichnete das Vorgehen als „unmenschlich“. Zugleich deutete er an, dass die schlechte Nacht bei dem Sturz eine Rolle gespielt haben könnte.

Einordnung: Ein Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Unfall ist nicht nachgewiesen. Pogacars Äußerungen geben lediglich seine persönliche Vermutung wieder; zu den konkreten Ursachen des Sturzes machten Vingegaard und sein Team keine entsprechenden Angaben.

Pogacar zeigte sich vom Ausscheiden seines Rivalen tief enttäuscht. Seit 2021 hätten beide regelmäßig um den Tour-Sieg gekämpft. Aus einer zunächst schwierigen Beziehung sei mit der Zeit eine Freundschaft entstanden. „Die Tour wird ohne ihn nicht die gleiche sein“, sagte der viermalige Tour-Champion.

Jonas Vingegaard allein auf einer Bergstraße
Vingegaards verzögerter Trainingsaufbau lässt eine Rückkehr auf Spitzenniveau in dieser Saison nicht mehr zu.
Jonas Vingegaard bei kaltem Regen in einer Berglandschaft
Nach dem Saisonende stehen für Vingegaard zunächst vollständige Genesung und neue Ziele im Mittelpunkt. Durch die Verletzung habe sich der geplante Trainingsaufbau jedoch deutlich verschoben. Sein Fokus liege nun auf der kommenden Saison, deren Ziele er demnächst mit dem Team besprechen wolle.

Starke Saison bis zum Sturz

Bis zu seinem Sturz hatte Vingegaard eine herausragende Saison erlebt. Er gewann Paris–Nizza, die Katalonien-Rundfahrt und den Giro d’Italia. Mit seinem Erfolg bei der Italien-Rundfahrt gehörte er zum kleinen Kreis jener Fahrer, die mindestens einmal alle drei Grand Tours gewonnen haben.

Redaktion: Radsportonline-Team

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