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Vereinsleben 22. August 2026 • RSV 93 Königs Wusterhausen/Wildau e. V.

Raimund Dinter – seit 60 Jahren dem Radsport verbunden

Am 7. Oktober 2026 ist es genau 60 Jahre her, dass Raimund Dinter in seiner Heimatstadt Königs Wusterhausen sein erstes Radrennen bestritt – und auf Anhieb gewann. Dieser Erfolg bildete den Auftakt zu einem Leben, das bis heute eng mit dem Radsport verbunden ist.

Historische Aufnahme von Radsportlern bei einer Veranstaltung
Radsport verbindet Generationen: DDR-Radsportlegende Paul Dinter als Betreuer seines Sohnes Raimund Dinter bei der DDR-Meisterschaft im Cross des Jahres 1972.

Schon in den Jugendklassen erzielte Raimund Dinter beachtliche Ergebnisse. Bei DDR-Straßenmeisterschaften belegte er unter anderem einen vierten und einen zehnten Platz. Zudem wurde er mehrfach Bezirksmeister – vergleichbar mit einem heutigen Landesmeister – und gewann zahlreiche Straßenrennen. Die Begeisterung für den Radsport und das Talent, Rennen zu gewinnen, wurden ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Sein Vater Paul Dinter gehörte zu den erfolgreichen DDR-Spitzensportlern. Von 1951 bis 1953 führte er dreimal die DDR-Mannschaft bei der Internationalen Friedensfahrt als Kapitän an. Dieses sportliche Erbe setzte Raimund Dinter mit großer Leidenschaft fort.

„Sportler, Trainer, Organisator, Vorsitzender und Bewahrer der Geschichte – vor allem aber ein verlässlicher Mitstreiter.“

Leidenschaft weitergegeben

Doch Raimund Dinter beschränkte sich nicht auf seine eigene sportliche Laufbahn. Von 1979 bis 1990 gab er sein Wissen und seine Begeisterung als Nachwuchstrainer im Trainingszentrum Motor Wildau an junge Sportlerinnen und Sportler weiter. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der nächsten Radsportgeneration.

Junge Radsportlerinnen und Radsportler des RSV 93 mit ihren Betreuern
Nachwuchsarbeit mit Herz: Junge Radsportler des RSV 93 Königs Wusterhausen/Wildau mit ihren Betreuern. Rechts ist Raimund Dinter zu sehen.

Verantwortung im Verein

Auch im Vereinsleben übernahm er früh Verantwortung. Seit 1998 gehört er dem Vorstand des RSV 93 Königs Wusterhausen/Wildau e. V. an – zunächst als stellvertretender Vorsitzender und seit 2017 als Vorsitzender. Unter seiner Mitwirkung wurden zahlreiche Radsportveranstaltungen organisiert, darunter Rennen im Rahmen von RTF und CTF.

Seit 2002 wird außerdem das von ihm mitinitiierte „Paul-Dinter-Gedenkrennen“ ausgetragen, das Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Frankreich zusammenführt.

Stationen seines Wirkens

seit 1966
Aktiver Radsportler
Jugendzeit
Erfolge bei DDR-Straßenmeisterschaften, mehrfacher Bezirksmeister
1979–1990
Nachwuchstrainer im Trainingszentrum Motor Wildau
seit 1998
Vorstandsarbeit im RSV 93
seit 2002
Mitinitiator des Paul-Dinter-Gedenkrennens
seit 2014
Obmann in der Bundes-Ehren-Gilde
seit 2017
Vorsitzender des RSV 93
bis heute
Bewahrung des Paul-Dinter-Archivs
Raimund Dinter im Paul-Dinter-Archiv mit einem historischen Rennrad
Raimund Dinter bewahrt im Paul-Dinter-Archiv ein bedeutendes Stück regionaler Radsportgeschichte.
Raimund Dinter in Vereinskleidung mit seinem Rennrad
Dem Radsport bis heute aktiv verbunden: Raimund Dinter im Trikot des RSV 93.

Bewahrer der Radsportgeschichte

Ein besonderer Höhepunkt seines Wirkens war die von ihm organisierte Ausstellung „Von den Anfängen des Radsports in Mittenwalde/Mark und der Region von 1895 bis zur Gegenwart“, die von Mai bis Oktober 2017 gezeigt wurde. Darüber hinaus bewahrt und pflegt er den umfangreichen Nachlass seines Vaters im privaten „Paul-Dinter-Archiv“. So hält er nicht nur die Erinnerung an Paul Dinter lebendig, sondern sichert zugleich ein bedeutendes Stück regionaler Sportgeschichte für kommende Generationen. Die Lebensgeschichte und die sportlichen Erfolge seines berühmten Vaters, der vielen als „Paule“ bekannt war, veröffentlichte er zudem in einem Buch mit dem Titel „Aus dem Leben des Königs Wusterhausener Radsportidols Paul Dinter“. Auf Initiative von Raimund Dinter beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Königs Wusterhausen kürzlich, die Grabstätte von Paul und Gerda Dinter in ein Ehrengrab umzuwidmen. Es ist das erste Ehrengrab in der Geschichte der Stadt. Nach der Benennung der Paul-Dinter-Sporthalle im Stadion der Freundschaft setzt die Stadt damit ein weiteres bleibendes Zeichen der Anerkennung für das Lebenswerk Paul Dinters.

Engagement in der Bundes-Ehren-Gilde im Bund Deutscher Radfahrer e.V.

Seit 2014 engagiert sich Raimund Dinter außerdem als Obmann für Brandenburg in der Bundes-Ehren-Gilde. Auch dort bringt er seine jahrzehntelange Erfahrung, seine tiefe Verbundenheit mit dem Sport und seine große Bereitschaft ein, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Dank und Anerkennung

Sechs Jahrzehnte nach seinem ersten Sieg ist Raimund Dinter dem Radsport noch immer eng verbunden – als ehemaliger Aktiver und Trainer, als Vereinsvorsitzender, Organisator und Bewahrer der regionalen Sportgeschichte. Sein langjähriges Wirken verdient Dank und Anerkennung.

Sein Wirken zeigt, dass ein Verein von Menschen lebt, die nicht nur Ämter übernehmen, sondern Gemeinschaft gestalten, Traditionen erhalten und andere für den Sport begeistern. Für diese Treue, diese Tatkraft und dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement sprechen wir Raimund Dinter unsere höchste Anerkennung und unseren herzlichen Dank aus.

Autor: Dr. Reinhard Buchheim / Fotonachweis: Radsportonline - Archiv

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