Pauline Grabosch - ihr langer Weg an die Weltspitze

Würde es eine Straße für Radsporterfolge im heutigen Sachsen-Anhalt geben, wäre sie gepflastert mit Weltmeisterschaftserfolgen von Täve Schur, Uwe Raab, Bert Grabsch, Elisabeth Eichholz, Norbert Dürpisch, Bernd Dittert, Emanuel Raasch oder Guido Fulst. Pauline Grabosch bräuchte einen größeren Abschnitt darin, denn WM-Siege sind bei ihr eher eine Erfolgskette über Jahre. Den Grundstein dazu legte sie einst gemeinsam mit Übungsleiter Andreas Kindler beim RSV Osterweddingen.
Die Anfänge auf der Straße
Die heute 28-jährige Pauline startete zunächst auf der Straße, weil es im Raum Magdeburg keine Bahn gibt. Hier fiel sie durch ihre Sprintstärke auf und wurde folgerichtig zum Leistungszentrum delegiert. Als wir sie 2016 in ihrem Heimatort Bottmersdorf besuchten, zeigte sie uns voller Stolz vier Goldmedaillen, erkämpft bei den Junioren-Weltmeisterschaften.
Eine Erfolgskette über Jahre
Es folgten fünf WM-Titel bei den Damen – alle im Teamsprint. Dazu Europameisterschaften und eine Olympiamedaille. Die nationalen Meisterschaften kann man dabei eher als schmückendes Beiwerk bewerten.
Das erste Einzelgold
Im fernen Shanghai (China) erkämpfte sie in der vorigen Woche zusammen mit Sophie Friedrich und Clara Schneider WM-Bronze – erneut im Teamsprint. Nun folgte das erste Einzelgold über 1000 Meter. In 1:04,572 Minuten distanzierte sie ihre Mitkonkurrentinnen. Was ihr der Titelgewinn bedeutet, brachte sie mit überschäumender Freude in den Medien zum Ausdruck.
Die Grundlagen ihres Erfolges liegen in ihrem Heimatverein RSV Osterweddingen
Dies hat man sicherlich auch in Osterweddingen als Lohn eines eingeschlagenen Weges gewertet. Über Jahre entwickeln sich hier Talente, und es stehen bereits wieder einige in den Startlöchern. Sie fallen nicht vom Himmel, sondern eiserner Wille, Trainingsfleiß und fachgerechte Anleitung bilden die Grundlage. Das scheint in Osterweddingen beim RSV gegeben zu sein – auch dorthin unsere Glückwünsche.
